Festrede 50 Jahre SCO

von Heiner Meyer

Sport-Club Ovelgönne von 1964, Festrede zum 50-jährigen Jubiläum, Festveranstaltung am 1.3.2014 – 11.00 Uhr im Hotel Zum König von Griechenland, Ovelgönne

Sehr geehrte Damen und Herren,

geschätzte Gäste,

liebe Fußballfreunde,

leider beginnt unsere Jubiläumsveranstaltung mit einer Panne, denn die Festschrift, die wir heute an sie, unseren Gästen, ausgeben wollten, ist leider nicht fertig geworden. Wir versprechen aber, ihnen diese Festschrift zu einem späteren Zeitpunkt zuzuschicken.

Wir sind heute zusammen gekommen, nicht irgendeinen x-beliebigen sondern einen besonderen, nämlich den 50. Geburtstag unseres Vereins Sport-Club Ovelgönne von 1964 zu feiern. Zur Begrüßung  und Einstimmung auf die heutige Veranstaltung tragen die Spielerinnen unserer E- und D-Mädchenmannschaft unser Vereinslied vor, unter der Leitung von Herrn Heinz Brumund. Damit soll auch der Versuch unternommen werden, eine alte Tradition, die zwischenzeitlich völlig eingeschlafen ist, wieder zu aktivieren, denn früher wurde aus Freude nach sportlichen Erfolgen und zur Aufmunterung nach Niederlagen , sowie aus Spaß bei geselligen Anlässen, ja eigentlich bei jeder passenden und auch unpassenden Gelegenheit dieses Lied nicht immer schön aber umso lauter geschmettert, insbesondere nach dem 12. Bier – alkoholfrei !

– Lied –

Wenn ich mich hier so umsehe, dann möchte ich zunächst einmal meiner Freude Ausdruck geben und ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren, namens der Vorstandschaft des Sport-Club Ovelgönne sagen, dass es uns außerordentlich freut, dass sie so zahlreich unserer Einladung gefolgt sind. Die Annahme unserer Einladung und das damit gezeigte Interesse an, und Verbundenheit mit unserem Verein, ehrt uns sehr. Ihnen allen ein herzliches Willkommen zu unserer Festveranstaltung anlässlich des 50. Jahrestages der Gründung des Sport-Club Ovelgönne am 27.2.1964,  und damit verbunden das 50-jährige Bestehen des Vereins. Wir freuen uns, dass wir heute mit ihnen unser Jubiläum feiern dürfen, umso mehr, als dies in der schönsten Stube des Ortes Ovelgönne, dem Festsaal des Hotel „Zum König von Griechenland“ stattfinden kann; dafür bedanken wir uns bei den Eigentümern und Betreibern des Hotels, der Stiftung Lebensräume Ovelgönner Mühle.

Wie dies anlässlich solch einer Geburtstagsfeier üblich ist, und dem Jubilar ist es immer eine große Ehre, freuen wir uns ganz besonders, einige Ehrengäste begrüßen zu dürfen, wobei die Reihenfolge der von mir genannten Personen keine Wertigkeit darstellt:

  • Den neu gewählten Bürgermeister der Gemeinde Ovelgönne, Herrn Christoph Hartz; Herr Hartz, wir haben uns ja in einem längeren Gespräch kennen gelernt. Daraus habe ich die Überzeugung gewonnen, dass sie das, was sie vor der Wahl gesagt haben, auch nach der Wahl umsetzen werden, im Gegensatz zu vielen anderen aus Verwaltung und Politik. Ich bin mir auch sicher, dass sie zu schätzen wissen, dass sie von den Bürgerinnen und Bürgern des Ortes Ovelgönne nicht gerade wenige Stimmen bekommen haben.
  • Den Landrat des Landkreises Wesermarsch und ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Ovelgönne Herrn Thomas Brückmann. Herrn Brückmann, man lässt ja ungern den Besten gehen, zumal man nicht weiß, was man wieder bekommt. Aber diese Sorge sind wir los, denn ihr Nachfolger wird meiner Überzeugung nach die großen Schuhe, die sie hinterlassen haben, gut ausfüllen.
  • Den Vizepräsidenten des Niedersächsischen Fußballverbandes, Hannover und Vorsitzenden des Niedersächsischen Fußball-Verbandes Bezirk Weser-Ems, Herrn Ferdinand Dunker
  • Den Vorsitzenden des Niedersächsischen Fußballverbandes Kreis Wesermarsch, Herrn Thorsten Böning
  • Den Vertreter des LandesSportBundes Niedersachsen und Vorsitzenden des KreisSportBundes Wesermarsch, Herrn Wilfried Fugel
  • Unseren Sponsoren. Ich bitte an dieser Stelle wegen der Vielzahl um Verständnis, nicht jeden einzeln zu begrüßen. Unsere Sponsoren haben immer ein offenes Ohr für uns, ohne ihre Unterstützung wäre unser Verein nur schwer in der Lage, seinen Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Auch allen Ehemaligen, sowie heute aktiven und passiven Mitgliedern unseres Vereins ein herzliches Willkommen wobei ich von den Ehemaligen eine Person besonders nennen möchte, ohne die Leistung und Schätzung aller anderen zu schmälern:
  • Gerd Spiekermann, eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, der beim SC Ovelgönne als D-Jugendlicher gekickt hat, ist nicht wegen seines fußballerischen Talents populär geworden:
    Gerd Spiekermann hat sich als Autor plattdeutscher Werke und als „Radio-Macher“ beim NDR einen hohen Bekanntheitsgrad erarbeitet, und große Anerkennung und Beliebtheit erlangt (Eisenfuß).
  • Den sportlich berühmtesten „Spross“ unseres Vereins, Dimo Wache, hätte ich gern persönlich begrüßt, denn hier begann als F-Jugendlicher seine erfolgreiche Karriere zum Profi-Fußballer. Hier wurde seine Liebe zum Fußball geschürt und ihm das erste fußballerische Rüstzeug von unserem damaligen Jugendtrainer Lothar von Waaden, selbst ein hochtalentierter Fußballer, vermittelt. Dimo Wache’s anschließender Weg ging über Vereine in Brake, Oldenburg, Leverkusen, und Mönchengladbach zu Mainz o5, wo er in der 2. und 1. Fußball-Bundesliga erfolgreich als Torwart spielte. Besonders zu erwähnen ist auch, dass Dimo Wache in Jugendnationalmannschaften gespielt hat. Obwohl es sein Herzenswunsch war, hier und heute dabei zu sein, musste er aber leider absagen, weil sein neuer Verein, Darmstadt 98, wo er als Co – und Torwarttrainer tätig ist, heute Nachmittag ein wichtiges Heimspiel hat.
  • Und last but not least, allen ehrenamtlich Tätigen unseres Vereins, denn ehrenamtliche Tätigkeit für unsere Gemeinschaft hat Respekt statt Häme, Beifall statt Gleichgültigkeit und intelligente Förderung statt sträfliche Ignoranz, verdient.
  • Wie man es sich anlässlich eines 50. Geburtstages wünscht, nämlich, dass man es allen zeigen möchte, wie aktiv man in den vergangenen Jahren gewesen ist und es auch bleiben will, so ist heute auch die Presse zu uns eingeladen, und ich möchte die Vertreter der Presse herzlich bitten: tragen sie es hinaus, dass alle Welt es erfährt, wie lebendig unser Verein auch an seinem 50. Geburtstag noch ist. Überzeugen sie sich selbst, es ist ein Verein der Jungen und Junggebliebenen. Eigenlob stinkt zwar, aber was soll´s, wenn’s hilft?!
    Ein herzliches Willkommen der Presse.

Sehr geehrte Damen und Herren,

anlässlich einer solchen, immerhin ja nicht jedes Jahr stattfindenden Geburtstagsfeier sollte man die Gelegenheit auch nutzen und einmal – wenigstens für kurze Zeit – innehalten und, wenn sie so wollen, auch mal ein wenig zurückblicken. Zurückblicken nicht in dem Sinne, was haben wir in den letzten 50 Jahren und 2 Tagen erreicht, und sich dann in den Sessel lehnen und darauf ausruhen, nein, sondern einfach mal zurückblicken in dem Gedanken, wo sind wir hergekommen, wo stehen wir heute und wo wollen wir gegebenenfalls noch hin.

Was unsere Vergangenheit angeht, könnte ich ins schwärmen kommen und es juckt mir unter der Zunge, ihnen stundenlang Geschichten zu erzählen, wobei ja böse Zungen behaupten: ein Geschichtenerzähler ist jemand, der ein gutes Gedächtnis hat und hofft, das es die Zuhörer nicht haben. Auf der anderen Seite sagt man ja älteren Sportfunktionären nach, die mal vor ganz langer Zeit versucht haben Fußball zu spielen, zu denen ich mich auch zähle, dass sie sich die Vergangenheit schön reden.

Keine Sorge, ich werde ihre Aufmerksamkeit nicht mit zuviel Vergangenheit, Geschichten und Schönreden strapazieren und die mir zur Verfügung stehende Redezeit nicht überziehen. Da halte ich es wie die Indianer im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso, denn die hatten einst ein Rezept gegen lange Reden: der Redner durfte nur so lange sprechen, wie er auf einem Bein stehen konnte.

Werte Damen , meine Herren,

ich stehe zwar mit beiden Füßen fest auf dem Boden, aber eines verspreche ich ihnen: meine Rede wird höchstens so lange dauern, wie ich vor 50 Jahren und 2 Tagen auf einem Bein stehen konnte. 

Werte Gäste und Freunde des Fußballsports,

50 Jahre Sport-Club Ovelgönne. Was macht diesen Verein aus, was sind seine Erfolgsfaktoren in der 50-jährigen Vereinsgeschichte?

Zunächst könnte man meinen, die Erfolgsfaktoren liegen im Materiellen:

Der gepflegten Sportplatzanlage mit seinen 2 Fußballfeldern mit Flutlichtanlagen, Zuschauertribüne, Beachvolleyballanlage, Leichtathletikeinrichtungen, Clubhaus in dem neben unserem Sport-Club auch der Ovelgönner Turnverein sein Zuhause hat, und mit der neuen Turnhalle mit in der Anzahl wie Ausstattung großzügigen Umkleidekabinen, sanitären Einrichtungen und Geräteräumlichkeiten. Diese materiellen Dinge sind unerlässlich für den Erfolg eines Vereins.  Deren Investition, Erhalt und Pflege binden gewaltige Mittel, was in erster Linie von unserer Kommune, dem Rat und der Verwaltung der Gemeinde Ovelgönne weit über das normale Maß hinaus gestemmt wurde. Hierfür unsere Anerkennung, Respekt und ein dickes Dankeschön. Aber auch unser Verein als Hauptnutzer dieser Sportplatzanlage, hat sich sehr aktiv bei den Investitionen in Suprastrukturanlagen, mit finanzieller Unterstützung des Landes-und KreisSportBundes, sowie Erhalt und Pflege der gesamten Sportplatzanlage, beteiligt. Der Wille zur Eigenleistung war in unserem Verein schon immer sehr ausgeprägt; z.B. zwei Flutlichtanlagen, Zuschauertribüne, Spielerkabinen, Tore, zwei Clubhäuser mit großflächigen Pflasterflächen, Ballfangzäune, Sportplatzeinzäunungen mit Toranlagen und Bandenwerbetafeln, sind ausschließlich in Eigenarbeit entstanden.

Unzählige Arbeitsdienststunden wurden in Unterhaltung und Pflege der Sportflächen geleistet. Eine Leistungsbereitschaft, die seinesgleichen sucht und auf die wir unendlich stolz sind. Stellvertretend für die vielen Arbeitsdienstleistenden Mitglieder ist hier ein Sportkamerad besonders hervorzuheben, der uns immer wieder zur ehrenamtlichen Arbeitsleistung angehalten hat, wenn es sein musste, uns mit Worten in den Allerwertesten getreten, und mit allerbestem Vorbild voran ging, das ist unser langjähriger Geräte- und Platzwart, der auch noch aktiv ist und Jugendmannschaften trainiert: Sportkamerad Uwe Warns.

Werte Damen , meine Herren, Gebäude und Sportstätten bilden das Gerüst für 50 Jahre Sport-Club Ovelgönne. Für mich reichen sie aber bei weitem nicht aus, um 50 Jahre SCO zu leben, zu erleben und zu gestalten. Die entscheidenden, prägenden Erfolgsfaktoren für unseren Verein sind seine Mitglieder, nach dem Grundsatz: ein Verein ist immer nur so gut, wie seine Mitglieder gut sind. Der SCO hatte 50 Jahre lang das große Glück, Mitglieder für weitestgehend alle Funktionsbereiche des Vereins zu haben, die – mal mehr und auch mal weniger, aber letztlich doch nachhaltig – das verkörperten, was Erfolg ausmacht, nämlich:

Erfolgswille, Innovationskraft, Teamfähigkeit und Führungskompetenz. Das Erfolgskonzept der vergangenen 50 Jahre waren auch unsere Vor- bzw. Gründungsväter. Lassen sie mich stellvertretend für all die wunderbaren Menschen, die ehrenamtlich für diesen Verein tätig waren und noch sind, eine Person namentlich nennen und zwar unser leider viel zu früh verstorbener, aber unvergessener Sportkamerad Karl-Heinz Stilch, der von uns Mitgliedern liebevoll, Boss, gerufen wurde.

Werte Damen, meine Herren, ich bitte sie sich von den Plätzen zu erheben: in Gedenken an und zu Ehren von Karl-Heinz Stilch, unserem Mitbegründer, Vorsitzenden und vor allem Antriebsmotor unseres Vereins, der es mit viel Geschick und großem Einsatz verstanden hat, das Vereinsschiff nach der Gründung in Gang zu bringen und danach in Fahrt zu halten; wir gedenken aller unserer verstorbenen Sportkameraden, denen ich in aller Stille unseren Fußballergruß Hipp, Hipp – Hurra, zurufe. Unsere Achtung und unser Respekt wird niemals Sterben. Ich danke Ihnen.

Seit Anfang 2009 habe ich die große Ehre – im meistens harmonischen Zusammenspiel mit meinen Vorstandskollegen – den Verein SC Ovelgönne wieder zu führen. Uns war es vorbehalten, den Verein in das nächste halbe Jahrhundert zu begleiten, den 50. Geburtstag vorzubereiten um dieses für uns herausragende Ereignis mit ihnen feiern zu können. Der Erfolgswille, die Teamfähigkeit und die Führungskompetenz der verantwortlich handelnden Mitglieder haben den rein fußballspielenden Verein SCO, mit heute rund 260 Mitgliedern, zu dem gemacht, was er heute ist, denn durch sein positives Erscheinungsbild ist unser Verein weit über die Grenzen unserer Region bekannt und anerkannt. Eine große, zukunftsweisende Verantwortung sehen wir in der Betreuung von über 100 Kindern und Jugendlichen, die seit 2009 in einer Spielgemeinschaft mit den Nachbarvereinen aus der Gemeinde Ovelgönne, dem TV Neustadt und dem Oldenbroker TV, in 5 männlichen und 2 weiblichen Jugendmannschaften  am Spielbetrieb des Kreises Wesermarsch teilnehmen. Leider streben die leistungsstärkeren Jugendspielerinnen und –spieler zunehmend zu den leistungsstärkeren Großvereinen, wofür man Verständnis haben muss, auch wenn’s schwer fällt, dies aber bei uns immer mehr dazu führt, dass wir Schwierigkeiten haben, die einzelnen Altersklassen zu besetzen und leistungsmäßig auf das Niveau des Mittelmaßes und leider auch weniger, absinken. Es gab Zeiten, wo wir als SCO allein 6 Jugendmannschaften stellen konnten, aber das bereits angesprochene Streben nach Höherem und der damit verbundene Vereinswechsel, auch oftmals getrieben von überzogen ehrgeizigen Eltern, der demographischen Entwicklung, Fernsehen, Computer, die Bildungswut an den Schulen, eine zunehmende Vereinsamung mit Langeweile und Rumhängen, geht zu Lasten des Jugendfußballs als Breitensport. Die Gesellschaft sollte sich daran erinnern, dass wir als Sportverein auch einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit der Allgemeinheit leisten können. Leider ist es ja heute in Deutschland so, dass, wissenschaftlich belegt, jeder 2. Erwachsene und jedes 4. Kind zu dick sind und die jährlichen Kosten auf Grund der Folgen von Übergewicht 120 Milliarden € ausmachen. Ziel muss es sein, insbesondere unsere Jugend wieder an die Sportvereine heranzuführen, denn Sport und insbesondere Mannschaftssport ist die beste aller Lebensschulen. Es mag polemisch klingen, aber ich stelle für mich fest, die Bundesrepublik Deutschland hat für alles auf dieser Welt Geld, ein Rettungsschirm nach dem anderen mit Milliardensummen wird aufgespannt, aber für unsere Probleme werden die Leistungen immer mehr gekürzt. Ich bin nicht derjenige, der wegen alles und allem nach dem Staat ruft, aber der Staat hat verdammt noch mal auch Vorsorge hinsichtlich Gesundheit und körperlicher Ertüchtigung, insbesondere von Jugendlichen in Schulen und Vereinen zu treffen. Unser Verband, der DFB, ist hoch vermögend, hat aber m.E. überwiegend den Profi-Fußball im Blick. Es kann nicht alles von Ehrenamtlichen für umsonst geleistet werden, es müssen zumindest Auslagen vergütet und Aufwandsentschädigungen geleistet werden, was die Vereine alleine nicht leisten können. In diesem Zusammenhang ist aber auch ein großes Problem zu lösen, nämlich die kompetente Betreuung von Jugendmannschaften. Mit den heute 15 Sportkameradinnen und Sportkameraden in unserer Jugendspielgemeinschaft, kommen wir in der Betreuung und Trainingsgestaltung unserer Jugendmannschaften so gerade eben noch aus. Leider ist diese Anzahl abnehmend. Immer mehr Vereine stehen vor dem Problem, dass ehrenamtlich Tätige aufgeben, weil sie den Spaß an ihrem Ehrenamt verlieren. Kritiker melden sich schnell zu Wort, Besserwisser nörgeln gern am Vorstand, Trainer und Betreuer herum. Doch wenn diese denn das Handtuch werfen, ist meistens kein Gegner bereit, Verantwortung zu übernehmen – auch um es möglicherweise besser zu machen. Das ist eine gefährliche Entwicklung, denn ohne bürgerschaftliches Engagement funktioniert unsere Gesellschaft nicht. Und die Probleme dieser Art häufen sich: ob Elternvertreter in Schulen und

Kindergärten, oder Trainer, Betreuer insbesondere im Jugendbereich von Amateur-Sportvereinen: Es gibt immer weniger Interessenten für diese Aufgaben. Oft ist es eine Gruppe Weniger, die alles am Laufen hält. Mein Appell an die nachfolgende Generation, den älteren Fußballern in den Vereinen, insbesondere auch unserem Verein, dem Sport-Club Ovelgönne: ihr habt in eurer aktiven Zeit als Jugendspieler und auch als Spieler  im Seniorenbereich ehrenamtliche Leistungen in unterschiedlichster Form geleistet bekommen, ja, man kann sogar sagen, in Anspruch genommen. Deshalb meine Aufforderung an euch: gebt euren Vereinen hiervon etwas zurück, engagiert euch in der Mannschaftsbetreuung, dem Mannschaftstraining, in der Vorstandsarbeit, übernehmt Verantwortung nach dem Grundsatz:

Wir alle sind nicht nur für das verantwortlich was wir tun, sondern insbesondere auch für das, was wir nicht tun.

Auf der anderen Seite ist es meines Erachtens dringend erforderlich, dass die von den Sportverbänden vergüteten Zuschüsse  für lizenzierte Übungsleiter im Jugendbereich deutlich erhöht werden und  den heutigen Verhältnissen anzupassen sind. Die Leistungen des LandesSportBund reichen nicht einmal für Fahrtkosten eines Übungsleiters aus. Die Zeiten sind vorbei, wo wir in den 60/70-ger Jahren eine Bezahlung unserer ehrenamtlichen Leistungen als Beleidigung empfunden haben. In der heutigen Leistungsgesellschaft geht vieles nur noch gegen Bezahlung. Die Sportverbände und auch die Politik müssen aufpassen hier nicht in eine zunehmende Schieflage zu geraten, indem man dem Profi-Fußball Unsummen hinterher wirft und die Basis, die Amateurvereine immer mehr vernachlässigt. Seit etwa 14 Jahren wird zwar konsequent in die Nachwuchsarbeit an den DFB-Stützpunkten investiert, wo 10- bis 14-jährige Talente gesichtet und trainiert werden. Hierfür wurden anstelle von Feierabend-Trainern, 1.300 ausgebildete Übungsleiter eingestellt. Aber eine kompetente Jugendarbeit muss bei den Jugendlichen beginnen, wenn sie in die Vereine kommen, nämlich als 5/6-jährige. Deshalb meine Empfehlung an die Sportverbände und Politik: nicht nur fordern, sondern auch in angemessener Form fördern. Was wollen wir in den nächsten Jahren erreichen? Wie wird sich unser Umfeld verändern? Wie wird sich der SCO entwickeln? Sicher kennen die meisten von ihnen noch Ivan Rebroff. Wir haben ihn noch alle im Ohr mit dem Lied vom Milchmann Tevje aus dem Musical Anatevka: „Wenn ich einmal reich wär….“. Ja, das wär‘ was, wenn wir einmal reich wären, wenn wir einen großen Hauptsponsor hätten, dann hätten wir wohl eine Veltins- oder Allianz-Arena!

Wir wären ständig in der Presse, Paparazzi würden im ganzen Dorf auf der Lauer liegen, jedes Jahr gäbe es einen mehr oder weniger großen Skandal um unseren Verein…

(kurze Pause)

Ist das erstrebenswert? Ehrlich gesagt, ich würde das nicht wollen. Denn dann wäre es wohl mit manch geliebter und geschätzter Vereinsgemütlichkeit bei uns schnell vorbei. Sport wäre nur noch Geschäft, wäre nur noch Wirtschaftsfaktor, wäre kein Freizeitspaß mehr. Wir hätten sogar richtig Stress. Ja, im Grunde sind wir ganz glücklich und zufrieden, wie es bei uns läuft. Wir haben rund 260 Mitglieder, von denen sich viele über das Normalmaß hinaus für den Verein engagieren. 15 ehrenamtliche Jugendtrainerinnen und Trainer betreuen über 100 Kinder und Jugendliche im wöchentlich zweimal stattfindenden Training, sowie Spielen. Unsere Jugendlichen sind in einer Spielgemeinschaft mit unseren Nachbarvereinen Oldenbroker TV und TV Neustadt organisiert und nehmen in 5 männlichen und 2 weiblichen Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil. Im Herrenbereich nimmt unser Verein mit 3 Mannschaften am Spielbetrieb teil, wobei besonders hervorzuheben ist, dass unsere 1. und 2. Mannschaft in der ersten Kreisklasse Wesermarsch erfolgreich mit etwa gleicher Leistungsstärke spielen. Dieses lässt die berechtigte Überlegung zu, die leistungsstärkeren Spieler  aus beiden Mannschaften in einer Mannschaft zu konzentrieren, um die Chance eines Aufstiegs in die nächsthöhere Klasse zu vergrößern und dort dann nachhaltig zu bestehen. Wenn das eigenständig nicht zu erreichen ist, sollte man das bereits angedachte Ziel der Schaffung einer Spielgemeinschaft mit den Vereinen Neustadt und Oldenbrok auch im Seniorenbereich realisieren. Wir brauchen für unsere Jugend sportliche Anreize, um einen Wechsel zu leistungsstärkeren Vereinen zu unterbinden. Das was unsere Vereinsmitglieder leisten, ist ein riesiger Schatz, wofür ich euch hier ganz ausdrücklich und ganz herzlich nochmals danke. So gesehen sind wir tatsächlich reich und dürfen eigentlich nicht klagen. Auch danke ich unseren zahlenden Mitgliedern und allen, die uns – zum Teil schon über lange Zeit – regelmäßig oder hin und wieder mit einer Spende bedacht haben. Ihr Geld ist gut angelegt – wir investieren alles unmittelbar in den Sport hier vor Ort.Unser Bestreben ist es, auch in die Zukunft zu investieren, und da schadet es natürlich nicht, wenn wir noch ein kleines bisschen reicher werden. Insbesondere im Jugendbereich, bei den ganz jungen Jahrgängen, wo wir einen großen Zulauf haben, können wir zur Zeit keine Mannschaften aufstellen, weil uns qualifizierte Trainerinnen und Trainer fehlen. Damit diese Jugendlichen nicht im Abseits stehen, brauchen wir dringend neue Trainerinnen und Trainer, insbesondere für die jungen Jahrgänge, aber auch für den gesamten Jugendbereich.

Meine Damen und Herren,

Erfolgswille, Innovationskraft, Teamfähigkeit und Führungskompetenz sind für mich die Erfolgsfaktoren für 50 Jahre SCO, wie auch für die kommenden 50 Jahre. Ich wünsche mir, das am 27.2.2064 ein Vorstandsmitglied des SCO hier stehen wird und rufen kann: 100 Jahre SCO sind eine starke Basis für die nächsten 50 Jahre! Wir, die wir heute hier sind, haben die Chance und Pflicht, dafür zu sorgen, dass meinem Nachfolger oder meiner Nachfolgerin die Rede zum 100. Geburtstag des SCO leicht fällt. Es liegt an uns !

So, jetzt fängt mein Bein , auf dem ich stehe, so langsam an einzuschlafen. Deshalb möchte ich schließen mit der letzten Strophe unseres Vereinsliedes:

Darum haltet euer Wort, bleibt zusammen und geht nicht fort, wenn wir alle fest zusammen steh’n, zusammen stehen, unser SCO der wird nicht untergeh’n.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

bleiben sie uns gewogen, ich bedanke mich recht herzlich für ihre Aufmerksamkeit.